Märchen begleiten Menschen seit Jahrhunderten durch Zeiten des Wandels. Sie erzählen von Krisen und Aufbrüchen, von Verlust und Hoffnung, von Mut, Vertrauen und der Kraft, immer wieder neu ins Leben zu finden.
In ihren Bildern liegt eine zeitlose Weisheit. Sie erinnern daran, dass das Leben nicht geradlinig verläuft. Es kennt Umwege, Prüfungen und überraschende Wendungen. Gerade darin liegt ihre Stärke: Märchen erinnern daran, dass nicht der geradlinige Weg ans Ziel führt, sondern oft der, auf dem wir Vertrauen lernen.
Vielleicht ist das ein Geheimnis der Lebenskunst: den Wandlungen des Lebens nicht auszuweichen, sondern ihnen mit Neugier zu begegnen. Märchen erzählen davon auf ihre ganz eigene Weise – poetisch, vieldeutig und erstaunlich lebensnah.
Die Seminarreihe verbindet Märchenerzählen mit Austausch, kreativen Schreibimpulsen, Reflexion sowie Natur- und Symbolarbeit. So entfalten die alten Geschichten ihre Kraft neu – als Bilder, die nachklingen, Fragen bewegen und den Blick auf das eigene Leben behutsam verändern.
Karin Ehrlich und Elke Fischer-Wagemann laden dazu ein, Märchen als inspirierende Weggefährten für Resilienz und Lebenskunst neu zu entdecken.
„Vergiss das letzte nicht“. Diesen Rat missachtet die Königin – und damit beginnt der Weg in ungeahnte Lebendigkeit. Das norwegische Märchen Zottelhaube führt uns in die ursprünglichen Kräfte aus alten Mythen hinein und räumt entschlossen auf. Die Frage ist: Mit was wollen wir aufräumen? Alte Muster, begrenzte Vorstellungen und überholte Normen dürfen im wilden Herbstwind davongetragen werden. Während draußen die Natur in ihren Rückzug geht, wagen wir drinnen die Rückkehr zu unserer inneren Lebendigkeit.
Wir hören das Märchen, lassen uns von seinen Bildern tragen und spüren, wo in uns die wilde, ungezähmte Kraft ruht. Mit kreativen Schreibimpulsen, spielerischem Erforschen, Reflexion und lebendigem Austausch nehmen wir uns ein Beispiel an Zottelhaube: gemeinsam mit ihrer Schwester überquert sie mutig den Ozean – ein Bild für das Vertrauen in die eigene Kraft und die Befreiung aus alten Zwängen.
So stärken wir unseren Mut, uns selbst zu ermächtigen – eine Kraft, die selbst durch Novembernebel leuchtet und uns ermutigt, entschlossen weiterzugehen.
Bitte fragen Sie auch nach dem Anmeldeschluss nach freien Plätzen
bitte bequeme Kleidung mitbringen
Anmeldung bis 02.11.2026
Weiteres Angebot:
Und sie trank die eine Träne – Leben zwischen Form und Fluss, Samstag, 27.02.2027