Wut, Ärger und Zorn sind heikle Angelegenheiten. Für Christ*innen sind sie sogar besonders brisant, denn Nächstenliebe und Sanftmut gelten als zentrale Aspekte des christlichen Glaubens. Und dann gibt es auch noch eine Vielzahl von biblischen Stellen, in denen Wut, Ärger und Zorn in einem Zug mit allen möglichen Untaten genannt werden.
Kein Wunder also, dass Wut, Ärger und Zorn ein schlechtes Image haben. Vor allem Wut hat keinen guten Ruf – weder in unserer Gesellschaft noch in der Kirche. Und für Frauen scheint das nochmals verstärkt zu gelten. Frauen, die Wut zeigen, müssen mit negativen Konsequenzen rechnen, denn ihr Ärger wird eher auf ihre Persönlichkeit geschoben. Manchmal auch einfach schlicht abgewertet. Viele Frauen haben daher gelernt, ihre Wut zu unterdrücken. Aber Wut ist da, auch wenn wir uns vielleicht einreden, du darfst das nicht.
Der Frauensonntag 2026 rückt das Thema Wut in den Mittelpunkt. Diese Veranstaltung ist eine Begleitveranstaltung und Fortbildung, die Raum lässt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Wir wollen fragen, was genau dieses Gefühl eigentlich ist und was die biblischen Texte dazu sagen. Lassen sich auch Spuren von weiblicher Wut darin finden? Oder steckt da in der einen oder anderen Erzählung vielleicht sogar mehr Wut drin als wir vermuten oder auf den ersten Blick wahrnehmen? Und wie gehen wir als Frauen eigentlich damit um, wenn uns die Wut ergreift beim Lesen so manch biblischer Erzählung und im Leben?
Bei der Fortbildung machen wir uns auf Spurensuche nach Wut und wütenden Frauen in der Bibel, begegen den Texten und unsreren eigenen Erfahrungen mit Emotionen als Frauen. Highlight wird am Abend der gemeinsame Besuch des Frauensonntags in der Weidenkirche in Pappenheim, den wir zusammen mit vielen Frauen im Freien und einem anschließenden Sundowner feieren. Am Folgetag gibt es zudem einen Tanzworkshop zum Thema.
Die Fortbildung richtet sich an alle Frauen, die einen Frauengottesdienst zum Thema vorbereiten. Sie ist aber auch für alle am Thema Interessierten Frauen geeignet.