Ältere Frau lächelnd vor einem Gemälde stehend

Nelly Schlecht

Rödelsee
Ordensfrau, Kinderkrankenschwester / Infirmarin der Communität, Meditationsanleiterin
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Warum stelle ich mich für das Geistliche Mentorat zur Verfügung?

Ich stelle mich für das Geistliche Mentorat zur Verfügung, weil ich selbst sehr gute, für mein geistliches Leben prägende Erfahrungen durch geistliche Begleitung mache.

Mit welcher Haltung gehe ich in die Gespräche?

Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch einen ganz eigenen Zugang, Weg und Ausprägung des spirituellen Lebens hat. Ich möchte respektvoll und aufmerksam zuhören und dabei unterstützen, diesen eigenen Weg zu gehen.

Welche Erfahrungsräume sind für meine Frömmigkeit bzw. meine Spiritualität von Bedeutung?

Das Gebet in seinen verschiedensten Formen, als Gespräch, Kontemplation, Schweigen, Gebärdengebet, in der Liturgie, bei der lectio divina oder im Christusrosenkranz und Gottes Reden in mir und zu mir sind für mich wesentliche Erfahrungsräume.

Aspekte meines theologischen Profils

Theologisches Denken ist mir wichtig, gleichzeitig sehe ich seine Grenzen, es kann nie absolut gesetzt werden. Zwei Zitate geben etwas von meinem aktuellen Stand wieder:
„...Gott, wenn er dem Menschen begegnet, [ist] weder Objekt noch Subjekt […] und steht über dem Schema, in das ihn der Theismus gezwungen hat. Dem Personalismus in Bezug auf Gott muss durch eine überpersönliche Gegenwart des Göttlichen das Gleichgewicht gehalten werden.“ (P. Tillich)
„Durch den Tod und Auferstehung Jesu wurde der Mensch als freie, bedingungslos anerkannte Person neu geschaffen. Aus dem Vertrauen auf Gott folgt für jeden Menschen die universelle Befreiung von Werturteilen, Abhängigkeiten und Selbstdefinitionen...“ (F. Vouga)

Zusätzliche Aus-/Fortbildungen

Ich habe Germanistik und Philosophie studiert und als „Individuelle Ergänzung“ Theologie (Bachelor of Arts). Bei Dr. Thea Vogt habe ich die Ausbildung zur Anleiterin in christlicher Meditation gemacht. Seit einigen Jahren nehme ich Teil an Kontemplationskursen bei Bruder Jakobus in der Abtei Münsterschwarzach.

Schwerpunkte: Christliche Meditation in der Stille (Bibelwort, Ikone etc.), Körpergebete, Tanz

Für wen: Erwachsene, Jugendliche, Gäste des Klosters Schwanberg
Spiritueller Hintergrund:

Ich bin hineingeboren worden in eine russland-deutsche Familie lutherischen Bekenntnisses. Der entschiedene Glaube meiner Großmutter hat mich sehr geprägt und ich bin gerne am Sonntag in den Gottesdienst gegangen. In meiner Jugend kam ich in Kontakt mit einer Mennonitengemeinde, besuchte die Jugendgruppe; wir waren alle sehr eifrig beim Bibellesen. Ich las täglich in der Bibel, betete, versuchte Jesus Christus nachzufolgen.
In meinen Vierzigern habe ich dann nach und nach durch verschiedene Bücher den Weg zum inneren Gebet in der Stille gefunden, u.a. durch Romano Guardini: Vorschule des Betens; Karin Johne: Geistlicher Übungsweg für den Alltag; Thomas Merton; Die Wolke des Nichtwissens. In all diesen Jahren hat Gott mir immer wieder Erfahrungen Seiner Gegenwart geschenkt im Gebet und im Alltag. Wochen innerer Einkehr, Exerzitien, die Ausbildung zur christlichen Meditationsanleiterin und Kontemplationskurse in Münsterschwarzach haben mir geholfen, meinen Weg in die Meditation weiter zu vertiefen.
2016 wurde mir bewusst, dass Gott mich tatsächlich zu einem Leben als Ordensschwester beruft. Mein Sehnen ging schon einige Jahre in diese Richtung, aber ich konnte es erst noch nicht fassen. Jetzt übe ich wie ich auch den gregorianischen Psalmengesang kontemplativ beten kann. Und freue mich, dass ich immer wieder neu Menschen kennenlernen kann, die auf einem ähnlichen Weg mit Gott sind und die mich inspirieren und mein Leben bereichern.

Weitere Qualifikationen:

Mein Alltag ist geprägt vom Stundengebet, dass wir vier Mal am Tag in unserer St. Michaelskirche beten. Drei Mal in der Woche feiern wir Gottesdienst mit Eucharistie. Es ist schön, auf diese Weise Gottes Gegenwart bei uns Menschen zu feiern, und immer wieder sich klar zu werden, was wirklich zählt im Leben.
Wir wohnen als 26 Schwestern aus drei Generationen in einem Haus. Es gibt viele Gelegenheiten von einander zu lernen, einander zu helfen, sich formen zu lassen, geben und nehmen zu lernen.
Ich kann meine Gaben und Fähigkeiten einsetzen in der Pflege und Betreuung unserer alten und kranken Schwestern, in der Pflege unserer Gärten, beim Gestalten von Kursen in unserem Jahresprogramm, in Seelsorgegesprächen mit unseren Gästen.
In meiner freien Zeit höre ich gerne Vorlesungen (in englischer Sprache) in den Fächern Theologie, Religionsphilosophie, Psychologie oder Podcasts zu Spiritualität und Mystik.
Bevor ich in die Communität Casteller Ring eingetreten war hatte ich neben meiner Berufstätigkeit als Kinderkrankenschwester Germanistik und Philosophie an der Uni Bielefeld studiert (Bachelor).
Ich habe 2024/2025 eine Basisausbildung zur Anleiterin in Focusing gemacht und treffe mich regelmäßig mit zwei Personen aus diesem Kurs, um Focusing weiter praktisch zu üben.

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