Wir können nur zum Glauben an Gott einladen, wenn wir selbst immer neu aus ihm zu leben suchen, immer neu Anfänger*innen sind und Suchende - dabei brauchen wir einander, um uns gegenseitig anzustiften, zu ermutigen und zu erinnern: das ist meine Erfahrung, die ich gerne teile
mir ist wichtig, dass Menschen mit ihrer ganzen Persönlichkeit und Geschichte, mit allem, was wir wirklich in und mit uns tragen, zu und mit Gott unterwegs sind - ohne etwas verleugnen zu müssen, ohne Angst. Und dabei ihren eigenen Weg finden. Dieses Vertrauen zu stärken jenseits "frommer" Sprüche und Harmlosigkeiten wäre mir ein Anliegen.
als junger Mann habe ich eine längere Zeit mit der Communauté von Taizé gelebt, seither ist Taizé für mich in allen Veränderungen mein "Heimathafen". Die für mich kostbarste Entdeckung war wohl die Stille - und die Entdeckung, dass auch meine Schatten, das Ungeklärte, die inneren Wüsten und das Schweigen Gottes, seine vermeintliche Abwesenheit zu meinem Weg mit Gott gehören. Ich versuche jedes Jahr eine Woche im Schweigen und in der Begleitung durch einen Bruder dort zu verbringen.
theologisch war für mich die Erwählungslehre Karl Barths die größte und bedeutsamste Entdeckung - das Vertrauen darauf, dass es zuallererst die Entscheidung Gottes ist, die mich vertrauen lässt, nicht meine eigene... Und dass Gott sich in der Menschwerdung Jesu mit ausnahmslos jedem Menschen verbunden hat als sein Geheimnis und nicht wir es sind, die ihn irgendwohin bringen müssen - wir können anderen nur dabei helfen, ihrem Geheimnis näher zu kommen...
Gestaltpädagogik (IGG Berlin), Geistliche Begleitung, "Grundlagen kirchlicher Führungskunst"