Kloster Loccum. Das Kloster Loccum ist eine Abtei der Zisterzienser in der Stadt Rehburg-Loccum (Niedersachsen), die Ende des 16. Jahrhunderts die Augsburger Konfession angenommen hat. Foto: Jens Schulze

Kloster Loccum

Am 21. März 1163 stiftete Graf Wulbrand von Hallermund das Gebiet um die alte Burg Lucca mit den umliegenden Dorfschaften für die Gründung eines Klosters durch Zisterziensermönche, die aus Volkenroda in Thüringen ins Mittelwesergebiet gekommen waren. Die Zisterzienser sind ein 1098 in Citeaux gegründeter Reformorden, dessen Abt Bernhard von Clairvaux im 12. Jahrhundert den Orden maßgeblich prägte. Anfang des 14. Jahrhunderts erlangte das Kloster Loccum seine größte wirtschaftliche Kraft. 1592/93 nahm der Konvent das Augsburgische Bekenntnis an, und Loccum wurde zu einem evangelisch-lutherischen Kloster. Nachdem nun keine Mönche mehr in das Kloster eintraten, wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts künftige Pastoren zur Vorbereitung auf das Pfarramt im Kloster aufgenommen. Heute beherbergt das Kloster Loccum das Predigerseminar der ev. luth. Landeskirche Hannovers für Vikarinnen und Vikare aus den lutherischen Kirchen in Niedersachsens und der Bremischen Evangelischen Kirche. Das Kloster Loccum ist – neben Maulbronn – die besterhaltene Zisterzienseranlage Deutschlands. Im Zentrum steht die Stiftskirche. Zusammen mit dem Kreuzgang, den angrenzenden Räumen und dem Konventshaus bildet sie das Innere der Anlage und wird von verschiedenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden flankiert. Wertvolle Kunstschätze wie Tafelkreuz, Laienaltar und Reliquienschrein sind in der Kirche zu besichtigen. Die Stiftskirche wurde zum 850. Klosterjubiläum 2013 grundlegend saniert und mit einer neuen Orgel ausgestattet. 2017 bis 2021 wurden das Konventshaus und die historischen Räume im Kloster grundlegend saniert, die Bibliothek und das Neue Slaphus erbaut und Priors Garten neu angelegt. 2005 ist der 320 Kilometer lange Pilgerweg zwischen Loccum und seinem Mutterkloster Volkenroda eröffnet worden. Zwei Pilgerunterkünfte bieten die Möglichkeit zur Übernachtung. Die Zisterzienser haben auch als Landschaftsgestalter in und um Loccum Spuren hinterlassen: Teichwirtschaft, Wasserbau, Erhalt des Klosterwaldes. Diese verbinden als gemeinsames Kulturerbe die Menschen in Europa. Das Kloster Loccum ist Teilstätte des Projektes „Cistercian landscapes connecting Europe“ und 2024 mit dem Europäischen Kulturerbesiegel ausgezeichnet worden. Das Kloster ist darüber hinaus der geistliche Ort der Kirchengemeinde Loccum.

In zisterziensischer Tradition findet seit Gründung des Klosters von Montag bis Samstag jeden Abend um 18.00 Uhr die Hora - ein Abendgebet in schlichter Form mit Tageslesung, Gesang, Gebet und Stille statt. Darüber hinaus findet von Ostern bis Oktober jeden Sonntag Abend um 17.30 Uhr die Musik zur Einkehr statt. Darüber hinaus bietet das Kloster weitere kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Ausstellungen und Konzerte - aber auch der Adventsmarkt am 1. Adventswochenende oder der Tag des offenen Denkmals werden gern besucht. Wer einen besonderen Einblick in die Geschichte und Räumlichkeiten des Klosters erhalten möchte, kann in der Sommerzeit ohne Anmeldung an den öffentlichen Führungen am Samstag und Sonntag jeweils um 15.00 Uhr teilnehmen. Gruppen können allerdings auch individuelle Führungen durch das Kloster und ab Herbst 2026 auch durch die Klosterlandschaft buchen.

Anschrift

Kloster 2, 31547 Rehburg-Loccum
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